Werkstattpraxis

Wie reißt man Schlitz und Zapfen an der Zarge an?

Sie lernen die Reihenfolge vom Aufriss der Zargenhöhe bis zur Lage des Zapfens. Markieren Sie die Sichtseite, halten Sie die Schultern rechtwinklig und prüfen Sie die Tiefe des Schlitzes an der Beinkante, bevor Holz abgetragen wird.

Reihenfolge vom Aufriss der Zargenhöhe bis zur Zapfenlage

Beginnen Sie an der fertig abgerichteten Zarge und reißen Sie zuerst die lichte Höhe zwischen den Beinen an. Legen Sie das Streichmaß auf die Bezugskante und führen Sie die Linie über beide Schmalseiten, damit die spätere Schulter auf ganzer Breite gleich liegt. Diese erste Linie ist die Bezugshöhe für das gesamte Gestell und darf nicht von Zarge zu Zarge wandern.

Übertragen Sie die Zargenhöhe auf jedes Tischbein und kennzeichnen Sie dort die obere und untere Begrenzung des Schlitzes. Erst wenn Zarge und Bein dieselbe Bezugslinie tragen, legen Sie die Zapfenlänge fest. Sie bleibt etwas kürzer als die geplante Schlitztiefe, damit der Zapfenboden nicht aufsitzt und die Schulter vollständig an der Beinfläche anliegen kann.

Die Lage des Zapfens ergibt sich aus der Zargenbreite abzüglich der seitlichen Schultern. Halten Sie die Schulterbreite an beiden Seiten gleich, wenn das Gestell symmetrisch bleiben soll, und reißen Sie die Zapfenwangen parallel zur Sichtfläche. Eine ungleiche Schulter verschiebt die Zarge seitlich und macht die Eckverbindung am Esstisch sichtbar schief.

Sichtseite markieren und Schultern rechtwinklig halten

Markieren Sie die Sichtseite jeder Zarge und jedes Beins mit einem kleinen Dreieck an der Innenkante, bevor weitere Linien gezogen werden. So bleibt die Schauseite des Tisches nach außen gerichtet, und kleine Hobelfehler wandern nicht in die sichtbare Fuge. Arbeiten Sie immer von dieser Markierung aus, auch wenn Sie das Werkstück zwischendurch drehen.

Setzen Sie den Anschlagwinkel fest gegen die Bezugskante und reißen Sie die Schultern im rechten Winkel zur Längskante. Eine schiefe Schulter öffnet die Fuge an einer Seite und zwingt den Zapfen in eine verdrehte Lage, selbst wenn die Wangen später sauber passen. Wiederholen Sie den Riss mit einem scharfen Messer, damit die Faser vor dem Stemmen sauber abreißt.

Prüfen Sie den Winkel an beiden Enden der Zarge erneut, nachdem das Holz kurz geruht hat. Massivholz kann sich nach dem Abrichten noch setzen, und eine nachgezogene Linie ist zuverlässiger als eine alte Bleistiftspur. Stimmen beide Enden nicht überein, korrigieren Sie die Bezugskante, bevor Sie den Zapfen anreißen.

Schlitztiefe an der Beinkante prüfen, bevor Holz abgetragen wird

Messen Sie die Schlitztiefe von der Beinkante aus und nicht von einer angenommenen Mitte des Beins. Setzen Sie einen Tiefenanschlag oder eine schmale Lehre an und vergleichen Sie den Wert mit der Zapfenlänge, bevor Sie Holz mit dem Stemmeisen oder der Oberfräse abtragen. Ein zu früher Abtrag lässt sich an der Sichtfuge kaum noch korrigieren.

Die Tiefe soll den Zapfen vollständig aufnehmen und dennoch einen kleinen Luftspalt am Zapfenende lassen. Fehlt dieser Spalt, drückt Leim oder die Quellung des Holzes die Schulter auf, und die Zarge steht nicht mehr satt am Bein. Zu viel Luft verkürzt die Leimfläche und schwächt die Verbindung unter der Last der Tischplatte.

Kontrollieren Sie zusätzlich, dass der Schlitz nicht durch die äußere Beinfläche bricht. Ein zu tiefer Einstich an schmalen Beinen schwächt das Hirnholz und macht die Verbindung an der Esszimmerecke unzuverlässig. Erst wenn Lage, Winkel und Tiefe auf dem Holz stehen und zueinander passen, beginnt die eigentliche Ausarbeitung.